Ausbildung zum Koch / zur Köchin


Die Ausbildung zum Koch war einst sehr beliebt. Wenig andere Handwerke verbinden Technik mit Kreativität, Genuss mit Funktionalität. Doch akut herrscht Nachwuchsmangel in den Küchen von Restaurants und Hotels. Im Gegensatz zu anderen Berufsgruppen verdienen Köche wenig Geld, werden von Fast-Food-Marken zu Dumpingpreisen bedroht und haben trotz allem einen enormen Stressaufwand im Arbeitsalltag. Das schreckt viele ab. Ein gutbezahlter Verwaltungsjob im Büro scheint da weniger aufwendig und lukrativer.

Kochausbildung – Menschen ernähren und selbst Hunger leiden?

Ausbildung als Koch – Warum sollte man das tun?

Weil es Spaß macht glückliche Gäste zu sehen und Starköche im Fernsehen vorleben, wie abwechslungsreich und vielfältig dieser Beruf ist. Dabei sollte man sich auf Stress einstellen: in großen Hotelrestaurants brutzeln schon mal 70 Schnitzel gleichzeitig in der Pfanne, der Rücken schmerzt vom achtstündigen Stehen und das Öl spritzt aus allen Seiten, was einen Geruch garantiert, der nie ganz vom Körper entweicht. Kein Wunder, dass sich wegen der immer schlechteren Bezahlung die Zahl der Lehrlinge in den vergangenen Jahren fast halbiert hat. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) zählte 2006 noch 42.857 Ausbildungsverträge, während es 2014 nur noch 23.029 waren. Jetzt wird Alarm geschlagen: “Ohne Auszubildende keine Fachkräfte, keine Köche, kein Essen, immer mehr Restaurants die schließen müssen,” sagt der Präsident des Verbands der Köche Deutschlands (VKD).

Infos zum Film: Der Herr der Töpfe – Steffen Henssler

Steffen Henssler – Er ist einer der beliebtesten TV-Köche Deutschlands berichtet von seiner Karrierelaufbahn, die zu Beginn ungewöhnliche Kapriolen schlug.

Sein Markenzeichen ist die Mischung aus moderner amerikanischer und asiatischer Küche, die von Gästen und Restaurantkritikern gleichermaßen geschätzt wird. Seit fast zehn Jahren ist er regelmäßig bei Kochsendungen im Fernsehen vertreten, aber schaut selbst.

Im Video-Interview berichtet Steffen Henssler nicht nur von seinem Werdegang, er erzählt auch, weshalb die Arbeit in der Küche Teamwork pur ist und weshalb sich vor einem Berufseinstieg in der Gastronomie unbedingt ein Praktikum empfiehlt.

Filmbeitrag von praktikumsplaner.de/videos

Ausbildung als Koch zum Hungerlohn

In Großküchen, wo vor Jahren noch siebzig Bewerbungen für eine Lehrstelle zum Koch im Briefkasten landeten, gibt es jetzt zwei. Unregelmäßige Arbeitszeiten auch an Sonn- und Feiertagen sowie in Abendschichten und die schlechte Bezahlung sprechen dagegen. Wer Glück hat verdient im dritten Lehrjahr 615 Euro netto im Monat. Das muss der Spaß an der Arbeit wieder rausholen. Viele Köche in Ausbildung verdienen noch weniger, das ist abhängig von Bundesland und der Frage, ob der Betrieb tarifgebunden ist oder nicht. Im ersten Lehrjahr verdient man zwischen 479 und 586 Euro netto.


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Die Hälfte aller Ausbildungen zum Koch oder Köchin werden abgebrochen
Wer einmal gekellnert hat kennt die raue Umgangsart in der Küche. Wenige Küchenchefs verfügen über hervorragende soziale Kompetenzen, Einfühlungsvermögen und Mitarbeitermotivation. Wer was falsch macht wird häufig angeschnauzt und somit entmutigt. Weil Azubis viele Fehler machen und den Allüren der wechselnden Küchenchefs ausgeliefert sind, brechen sie ab. „Ich lass mich doch nicht für einen Hungerlohn fertig machen.“, so die einschlägige Meinung. 48 Prozent der Koch-Ausbildungsverträge wurden 2012 vorzeitig gelöst. Das kann aber auch an Illusionen durch Kochshows im Fernsehen liegen.

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